Leuchtturm Stončica Vis – Wanderung zu einem der schönsten Leuchttürme der Insel

Leuchtturm Stončica steht auf einer niedrigen, steinigen Landzunge am nordöstlichen Ende der Insel Vis, am Eingang zur gleichnamigen Bucht. Der hohe Steinturm ist schon von weitem vom Meer aus sichtbar, und aufgrund seiner abgelegenen Lage, des offenen Blicks auf den Hvar-Kanal und der völlig steinigen Umgebung sieht der Leuchtturm am besten aus, wenn man ihm zu Fuß näherkommt.

Von dem Sandstrand Stončica führt ein Küstenweg zum Leuchtturm, sodass der Besuch leicht mit einem Bad und einem Mittagessen in der Bucht kombiniert werden kann. Im Gegensatz zum Strand selbst, der im Sommer voller Familien und Badegäste ist, ändert sich die Atmosphäre rund um den Leuchtturm schnell – die Häuser und touristischen Einrichtungen verschwinden, und es bleiben nur Stein, niedriges Gestrüpp und offenes Meer.

Leuchtturm aus dem Jahr 1865

Der Leuchtturm wurde 1865 erbaut, zu einer Zeit, als entlang der östlichen Adriaküste ein ernsthaftes Netz von Leuchttürmen für eine sicherere Schifffahrt errichtet wurde.

Sein achteckiger Steinturm ist 28 Meter hoch, und das Licht befindet sich etwa 38 Meter über dem Meeresspiegel. Das Hauptlicht hat eine Reichweite von bis zu 30 Seemeilen, weshalb Stončica kein kleiner lokaler Leuchtturm ist, sondern ein wichtiger Punkt für Schiffe, die sich Vis nähern und durch diesen Teil der Adria fahren.

Der Turm erhebt sich über einem langen, einstöckigen Leuchtturmgebäude mit charakteristischem rotem Dach. Gerade die Kombination aus dem hohen Steinturm, dem niedrigen weißen Haus und dem fast kahlen Felsen um ihn herum verleiht Stončica ein markantes Aussehen, besonders wenn man ihn vom Meer aus betrachtet.

Der Leuchtturm ist auch heute noch aktiv. Wie andere große kroatische Leuchttürme ist seine Signalisation automatisiert und in ein Fernüberwachungssystem integriert.

Wie kommt man zu Fuß zum Leuchtturm Stončica?

Der schönste Weg dorthin ist zu Fuß von der Bucht Stončica.

Von dem Strandbereich führt ein Weg, der ungefähr zwei Kilometer lang ist, zur Landzunge. Man sollte für den Fußweg etwa 20 bis 30 Minuten in eine Richtung einplanen, abhängig vom Tempo und dem Ausgangspunkt. Die Route ist keine anspruchsvolle Wanderung, führt jedoch über offenes, steiniges Terrain, weshalb es angenehmer ist, in Turnschuhen oder robusteren Sandalen zu gehen als in Flip-Flops.

Wichtig ist, Wasser und Sonnenschutz mitzunehmen. Auf dem letzten Teil des Weges gibt es nicht viel ernsthaften Schatten, und im Sommer erwärmen sich die Steine und das niedrige Gestrüpp sehr schnell.

Deshalb sollte man im Juli und August vermeiden, mitten am heißesten Teil des Tages zu starten. Frühe Morgenstunden und spätere Nachmittage sind viel angenehmer.

Wenn man am Abend geht, sollte man auch den Rückweg einplanen. Auf dem Weg gibt es keine öffentliche Beleuchtung, daher sollte man für den Rückweg nach Sonnenuntergang eine Taschenlampe oder ein Licht auf dem Handy dabei haben.

Parken

Es gibt keinen klassischen touristischen Parkplatz direkt am Leuchtturm.

Wenn der Besuch mit dem Strand Stončica kombiniert wird, parkt man auf dem Parkplatz oberhalb der Bucht, von wo aus man zuerst zum Strand hinuntergeht und dann dem Weg zum Leuchtturm folgt.

Deshalb ist der Besuch des Leuchtturms kein Ort, an dem man einfach aus dem Auto aussteigt, ein Foto macht und weiterfährt. Man sollte sich etwas Zeit für den Fußweg nehmen, aber genau das ist einer der Gründe, warum dieser Teil von Stončica viel ruhiger geblieben ist als der Hauptstrand.

Blick von der Landzunge Stončica

Der Weg zum Leuchtturm lohnt sich auch, wenn die Geschichte des Leuchtturms nicht der Hauptgrund für den Besuch ist.

Die Landzunge ist niedrig und langgestreckt, sodass es um den Turm keine hohen Felsen gibt, die die Sicht versperren. Nach Norden und Osten öffnet sich der Hvar-Kanal und das weitläufige offene Meer, während man nach innen die zerklüftete Küste von Vis und den Eingang zur Stončica sieht.

Besonders schön ist es am späten Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr hoch steht und der Steinturm und das rote Dach des Leuchtturmhauses eine wärmere Farbe annehmen.

Für Fotografien ist Stončica interessant, weil man dem Leuchtturm aus mehreren Richtungen näherkommen kann. Aus der Ferne dominiert der hohe Turm, während man direkt am Komplex viel besser sieht, wie niedrig, steinig und dem Meer ausgesetzt die gesamte Landzunge ist.

Kann man in den Leuchtturm eintreten?

Den Leuchtturm Stončica sollte man als aktives Objekt der maritimen Signalisation betrachten und nicht als Museum mit regulären Öffnungszeiten.

Man kann zu dem Bereich des Leuchtturms zu Fuß gelangen, aber man sollte nicht mit einem freien Eintritt in den Turm und die Leuchtturmräume rechnen. Der wichtigste Teil des Besuchs ist eigentlich der Spaziergang selbst, der äußere Blick auf den Komplex und die Lage auf der Landzunge.

Am Standort gibt es keine Strandbar, kein Restaurant und keine touristische Infrastruktur, daher sollte man alles, was man für den Spaziergang benötigt, selbst mitbringen.

Der Leuchtturm hat auch eine schwere Kriegsgeschichte

Stončica war nicht immer nur ein ruhiger Punkt für die Navigation.

Im Oktober 1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, wurde der Leuchtturm während eines Angriffs eines französischen Kriegsschiffs auf Vis schwer beschädigt. Bei dem Bombardement kamen beide Leuchtturmwärter ums Leben, die sich damals auf Stončica befanden.

Diese Geschichte lässt sich heute nur schwer erahnen, wenn man auf der ruhigen steinigen Landzunge steht, aber der Leuchtturm hat im Laufe von mehr als anderthalb Jahrhunderten Zeuge von Zeiten gewesen, in denen Vis aufgrund seiner Lage eine große militärische und maritime Bedeutung hatte.

Ein weiterer interessanter Hinweis auf die Entwicklung des maritimen Dienstes an Stončica befindet sich in unmittelbarer Nähe: 1871 wurde etwa 75 Meter südwestlich des Leuchtturms eine der ersten Semaphore-Stationen im kroatischen Teil der Adria erbaut. Sie diente der maritimen Kommunikation lange bevor die heutigen Funk- und Satellitensysteme existierten.

Kombinieren Sie den Leuchtturm mit dem Strand Stončica

Wenn man bereits in diesen Teil von Vis kommt, macht es wenig Sinn, nur zum Leuchtturm zu gehen und sofort wieder zurückzukehren.

Die beste Kombination ist Stončica als Halbtagesausflug: das Auto oberhalb der Bucht parken, zum Sandstrand hinuntergehen, zum Leuchtturm gehen, solange es noch nicht zu heiß ist, und nach der Rückkehr zum Baden oder Mittagessen in der Konoba Stončica bleiben.

Der Strand und der Leuchtturm bieten dabei zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse auf sehr kleinem Raum. An einem Ende gibt es einen sandigen Flachwasserbereich, natürlichen Schatten und eine familiäre Atmosphäre, und zwanzig Minuten Fußweg weiter befindet sich die offene steinige Landzunge, auf der man spürt, dass Vis doch eine offene Insel ist.

Lohnt sich der Besuch des Leuchtturms Stončica?

Wenn man monumentale Sehenswürdigkeiten sucht, die von innen besichtigt werden, ist Stončica nicht so ein Ort.

Es lohnt sich wegen der Lage, der Wanderung und der Landschaft.

Der Leuchtturm aus dem Jahr 1865, der hohe Steinturm, das offene Meer und die fast völlig unbewohnte Landzunge verleihen diesem Teil von Vis einen ganz anderen Charakter als den nahegelegenen Sandstrand.

Besonders lohnt sich der Besuch, wenn man bereits einen Tag in Stončica verbringt. Für zusätzliche vierzig bis sechzig Minuten Fußweg in beide Richtungen erhält man einen der schönsten Orte für einen kurzen Küstenspaziergang auf der östlichen Seite von Vis und einen Blick auf einen der größten offenen Leuchttürme in der Adria.

Baujahr: 1865.
Höhe des Turms: 28 m
Höhe des Lichts über dem Meer: etwa 38 m
Reichweite des Hauptlichts: 30 Seemeilen
Lage: Landzunge Stončica, nordöstliche Seite der Insel Vis
Zugang: zu Fuß über den Küstenweg
Wanderzeit vom Strandbereich: etwa 20–30 Minuten in eine Richtung
Eintritt in den Turm: keine klassische touristische Attraktion
Ausstattung am Leuchtturm: keine – Wasser und Sonnenschutz mitbringen