Kaštel Komuna und Fischereimuseum in Komiža

Kaštel Komuna ist eines der Gebäude, die man während eines Spaziergangs an der Uferpromenade von Komiža kaum übersehen kann. Es steht an einer kleinen Landzunge direkt am Hafen, und hinter den massiven Steinmauern befindet sich heute das Fischereimuseum Komiža. Im Gegensatz zu vielen Festungen, die hauptsächlich wegen ihrer Architektur besucht werden, ist Komuna interessant, weil sie bei einem Besuch zwei der wichtigsten Geschichten von Komiža verbindet – den Schutz der alten Stadt und die jahrhundertealte Fischereitradition.

Wenn man in Komiža nur ein Museum besuchen möchte, ist dies die logischste Wahl. Die Ausstellung ist nicht groß und man benötigt nicht den halben Tag für den Besuch, aber danach versteht man viel besser, warum man in Komiža so oft auf Motive der Falkuša, Palagruža, Sardinen und Fischregatten stößt.

Die Festung wurde nicht nur von den Venezianern finanziert – sie wurde von den Fischern von Komiža erbaut

Kaštel wurde Ende des 16. Jahrhunderts errichtet, zu einer Zeit, als Komiža aufgrund von Angriffen vom Meer einen sichereren Schutz für den Hafen und die Bevölkerung benötigte. Über dem Eingang befindet sich eine Inschrift, die mit dem Fürsten von Hvar und Vis sowie dem Statthalter Ivan Grimanija verbunden ist, und das Jahr 1585 wird als Jahr des Baues angegeben.

Ein interessanterer Aspekt verbirgt sich jedoch an der Nordwand.

Komuna wurde nicht nur mit staatlichen venezianischen Geldern fertiggestellt. Ein Teil der Mittel wurde von den Komižanern selbst durch Einnahmen aus dem Fischfang an der Fischfangstation Trešjavac, südlich von Biševo, bereitgestellt. Mit anderen Worten, die Fischer halfen mit ihrem Fang, die Festung zu finanzieren, die sie, ihre Familien und den Hafen schützen sollte.

Das ist ein Detail, das man sich merken sollte, da es gut erklärt, wie wichtig die Fischerei für das alte Komiža war – es war nicht nur ein Beruf, sondern die Grundlage des Lebens des gesamten Ortes.

Sehen Sie sich die großen Steinkringel an den Wänden an

Beim Rundgang um den Außenbereich der Komuna kann man leicht an einigen interessanten Details vorbeigehen, ohne sie zu bemerken.

Die Nord- und Westwand waren einst direkt im Meer, bevor die heutige Küste gebaut wurde. An ihnen sind noch große Steinkringel zum Festmachen von Segelbooten zu sehen.

Die Wände weisen auch Öffnungen für Kanonen und enge Schießscharten auf, sodass das Gebäude von außen immer noch deutlich seine Verteidigungsfunktion zeigt.

Besonders sollte man die Nordwand betrachten, wo sich ein abgenutztes Relief des geflügelten Löwen von St. Markus, dem Symbol der Venezianischen Republik, befindet. Es handelt sich um eine der wenigen verbliebenen Spuren venezianischer Herrschaft auf der Insel Vis.

Die Uhr an der Komuna kam viel später

Das heutige Aussehen der Komuna ist nicht mehr ganz dasselbe wie im 16. Jahrhundert.

Nach der Entwaffnung von Vis durch die österreichisch-ungarische Monarchie kaufte die Gemeinde Komiža die Festung im Jahr 1879 und richtete darin Gemeinderäume ein. Dabei wurden einige Änderungen an den Fassaden vorgenommen, und an der Ecke des Gebäudes wurde der markante Turm mit der Stadtuhr errichtet.

Deshalb sieht die Komuna heute aus wie eine Mischung aus einer Verteidigungsfestung und einem alten Stadtpalast. Der untere Teil mit den massiven schrägen Wänden gehört eindeutig zur Festung, während die Uhr und einige spätere Details an die Zeit erinnern, als das Gebäude zum Zentrum der Verwaltung von Komiža wurde.

Das Fischereimuseum erklärt Komiža am besten

Innerhalb der Komuna befindet sich das Fischereimuseum, also die Fischersammlung, die 1986 gegründet wurde.

Man sollte keinen großen maritimen Museum mit Dutzenden von Räumen erwarten. Die Ausstellung ist relativ kompakt, aber sehr spezifisch für Komiža. Genau das ist ihr Wert – sie versucht nicht, die gesamte Geschichte der Adria zu erzählen, sondern zeigt, wie die Fischer von Komiža lebten und arbeiteten.

Es sind originale Schiffs- und Fischereiausrüstungen, verschiedene Fischfanggeräte und Gegenstände ausgestellt, die mit der Fischverarbeitung verbunden sind, die einst einen wichtigen Teil der Wirtschaft von Komiža darstellte.

Interessant ist auch die große Sammlung von etwa 140 verschiedenen Fischerknoten. Für jemanden, der nicht mit dem Meer verbunden ist, mag das auf den ersten Blick nicht besonders aufregend erscheinen, aber genau solche Details zeigen, wie viel praktisches Wissen der Fischereiberuf einst erforderte, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Die Falkuša ist der wichtigste Teil der Geschichte

Der bekannteste Teil der Ausstellung ist mit der Falkuša, einem traditionellen Fischerboot aus Komiža, das für lange Fahrten auf dem offenen Meer angepasst ist, verbunden.

Die Falkuša diente nicht für kurze Fischfangtouren einige hundert Meter von der Küste entfernt. Die Fischer von Komiža fuhren damit zu den weit entfernten Fanggebieten rund um Palagruža und Jabuka, oft auf mehrtägige Fischzüge.

Besonders waren die seitlichen Holzseiten – Falke – nach denen das Boot benannt wurde. Diese konnten angebracht werden, wenn es nötig war, die Breite des Bootes zu vergrößern und sicherer auf dem offenen Meer zu segeln, und entfernt werden, wenn es einfacher war, die Netze einzuholen.

Eine solche Konstruktion ermöglichte es dem relativ kleinen Holzboot, gleichzeitig schnell, seetüchtig und für die Fischerei geeignet zu sein.

Die Geschichte der letzten Cicibela

Ein besonderer Platz in der Geschichte der Falkuša hat die Cicibela, die letzte originale Fischer-Falkuša aus Komiža.

Sie wurde 1925 gebaut und nach mehreren Jahrzehnten auf See ging sie im August 1986 bei einem starken Unwetter bei Biševo verloren. Damit endete praktisch die Ära der originalen Falkuša aus Komiža.

Die Tradition wurde jedoch wiederbelebt. Auf der Grundlage des erhaltenen Wissens, der Pläne und Teile des alten Bootes wurden Repliken der Falkuša hergestellt, und eine von ihnen wurde ein wichtiger Teil der Präsentation des maritimen Erbes von Komiža. Die restaurierte Falkuša repräsentierte Kroatien auf der Weltausstellung EXPO in Lissabon im Jahr 1998.

Wenn man nach dem Besuch des Museums an der Uferpromenade von Komiža oder während einer lokalen Veranstaltung eine Falkuša unter Segeln sieht, erscheint das Boot nicht mehr nur als schönes traditionelles Boot. Nach dem Museum wird viel klarer, warum es eines der Symbole von Komiža ist.

Palagruža ist der Schlüssel zum Verständnis des Museums

Viele Objekte im Museum ergeben mehr Sinn, wenn man weiß, wie weit die Fischer von Komiža fuhren.

Palagruža ist keine kleine Insel vor dem Hafen von Komiža, sondern eine weit entfernte Inselgruppe tief im offenen Adriatischen Meer. Die Fischer segelten dort in Holzbooten mit Segeln und Ruder, fingen hauptsächlich kleine Blau-Fische und salzten den Fang sofort ein und lagerten ihn in Fässern.

Das Recht auf die besten Fischfangplätze war so wichtig, dass sich die Rota Palagruzona entwickelte, eine Tradition der Regatta von Komiža nach Palagruža. Schnellere Besatzungen sicherten sich bessere Plätze zum Fischen.

Deshalb sollte das Fischereimuseum nicht nur als Sammlung alter Netze betrachtet werden. Es zeigt tatsächlich einen äußerst anspruchsvollen Lebensstil, in dem Segeln, Fischerei, Wetterkenntnis, Meer und Boot perfekt miteinander verbunden sein mussten.

Es lohnt sich auch, das Innere der Komuna zu besichtigen

Während die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf den Ausstellungen liegt, ist auch das Gebäude selbst interessant.

Das Erdgeschoss ist mit schweren Steinbögen überspannt, die auf einer zentralen Säule ruhen, und unter den architektonischen Details befindet sich auch ein gotischer Bogen. Eine enge seitliche Treppe führt zur oberen Etage und zum letzten Teil der Festung.

Gerade hier spürt man am besten, wie massiv die Wände der Komuna sind. Von außen, zwischen Cafés und Booten an der heutigen Uferpromenade, vergisst man leicht, dass das Gebäude ursprünglich eine echte Verteidigungsfestung war.

Personen, die Schwierigkeiten mit Treppen haben, sollten beachten, dass die oberen Teile des historischen Gebäudes über eine enge Treppe verbunden sind.

Wie viel Zeit benötigt man für den Besuch

Für das Fischereimuseum sind keine mehreren Stunden erforderlich. Etwa eine halbe Stunde bis eine Stunde reicht für einen ruhigen Besuch, je nachdem, wie detailliert die Erklärungen gelesen und die Fischereiausrüstungen betrachtet werden.

Am besten verbindet man den Besuch mit einem Spaziergang an der Uferpromenade von Komiža. Die Komuna befindet sich im Zentrum, sodass es keinen besonderen Ausflug oder Aufstieg gibt. Von den meisten Unterkünften im Zentrum von Komiža erreicht man das Museum in wenigen Minuten zu Fuß.

Nach dem Museum kann man durch das alte Komiža in Richtung Škora und der Fischstraße oder entlang der Küste in Richtung Gusarica weitergehen. Daher ist dies eine sehr leicht zugängliche Sehenswürdigkeit, die man zwischen dem morgendlichen Baden und dem abendlichen Ausgehen einfügen kann.

Öffnungszeiten sollten vor dem Besuch überprüft werden

Das Fischereimuseum hat keine durchgehenden Öffnungszeiten wie große Stadtmuseen. Während der Sommersaison hat es zu bestimmten Morgen- und Abendzeiten geöffnet, und der Zeitplan kann sich im Laufe des Jahres ändern.

Deshalb ist es nicht ratsam, zufällig am Nachmittag zu kommen und zu rechnen, dass die Türen geöffnet sind. Am praktischsten ist es, die aktuellen Öffnungszeiten am selben Tag oder während eines morgendlichen Spaziergangs an der Uferpromenade zu überprüfen.

Das gilt besonders außerhalb der Hauptsaison, wenn die Besuchszeiten eingeschränkter sind.

Loht es sich, einzutreten, wenn man nur einen Tag in Komiža hat?

Ja, besonders wenn man den Ort verstehen möchte und nicht nur seine Strände sehen will.

Die Komuna kann man in fünf Minuten von außen betrachten, aber dann verpasst man das Interessanteste. Komiža ist nicht zufällig so eng mit Fischern, Sardinen, Palagruža und Falkuša verbunden. Genau das erklärt das Fischereimuseum, woher all das kommt.

Für Familien mit älteren Kindern kann das Museum auch interessanter sein als eine klassische historische Sammlung, da die Objekte konkret sind – Netze, Schiffsgeräte, Werkzeuge, Knoten und traditionelle Boote. Danach lässt sich alles, was man im Hafen sieht, leichter mit der Geschichte der Stadt verbinden.

Wenn man zwischen dem Fotografieren der Komuna von der Uferpromenade und dem Eintritt ins Museum wählen muss, lohnt es sich, eine zusätzliche halbe Stunde einzuplanen. Kaštel Komuna und das Fischereimuseum sind zusammen wahrscheinlich der beste Ort, um die Fischerei von Komiža kennenzulernen.