Titova Špilja – historische Stätte an den Hängen des Huma

Titova Špilja liegt im Inneren der Insel Vis, an den Hängen des Huma über dem Gebiet Borovika und Žene Glave. Sie ist eine der bekannteren historischen Stätten auf der Insel und ein interessanter Ausflug von Komiža, insbesondere wenn der Besuch mit einer Fahrt zum Hum und der Kirche Svetog Duha verbunden wird.

Obwohl oft nur von Titova Špilja in der Einzahl gesprochen wird, handelt es sich tatsächlich um zwei kleinere natürliche Höhlen, also Vertiefungen in den Kalksteinfelsen. Sie haben keine Höhlenverzierungen, wegen derer klassische Touristenhöhlen besucht werden – ihr Wert ist in erster Linie historisch. Der Kroatische Alpenverein beschreibt sie als zwei kleine Höhlen ohne Verzierungen, mit teilweise unterbauten Eingängen.

Der Ort wurde während des Zweiten Weltkriegs wichtig. Nach der Ankunft von Josip Broz Tito auf Vis am 7. Juni 1944 wurden zwei Höhlen etwa einen Kilometer vom damaligen Dorf Borovik für seinen Aufenthalt und seine Arbeit ausgewählt. Die untere Höhle war für seine engsten Mitarbeiter und die Treffen der politischen Führung vorgesehen, während in der etwas höheren ein Schutzraum für Tito eingerichtet wurde. Auf Vis war zu dieser Zeit die politische und militärische Führung der Partisanenbewegung untergebracht, und gerade in diesem Zeitraum fanden wichtige Gespräche und Verhandlungen mit den Alliierten und Vertretern der jugoslawischen Exilregierung statt.

Wie man zur Titova Špilja gelangt

Der Ausgangspunkt für den Aufstieg ist mit dem Auto über die Straße zu erreichen, die aus dem Inneren von Vis zum Hum führt. Man nähert sich über die Gebiete Podšpilja und Žene Glave, und von der Straße zu den Höhlen führt ein angelegter Pfad mit Steinstufen. Die offizielle Touristeninformation von Vis gibt ebenfalls an, dass man zu den beiden Höhlen über die Steintreppe von der Straße zum Hum gelangt.

Entlang der Straße am Anfang des Pfades gibt es Platz, um einige Fahrzeuge abzustellen, aber man sollte kein großes, angelegtes Parkhaus erwarten. Danach folgt der Aufstieg zu Fuß. Man sollte mit etwa 10–15 Minuten Gehzeit über die Stufen rechnen, abhängig vom Tempo. Historische Daten zur Gestaltung des Geländes geben insgesamt 299 Stufen vom Fuß bis zu den Höhlen an.

Der Aufstieg ist nicht lang, kann aber aufgrund der vielen Stufen bei sommerlicher Hitze anstrengend sein. Es ist ratsam, festes oder zumindest stabiles Schuhwerk zu tragen und Wasser mitzunehmen. Der Ort ist nicht für Kinderwagen oder für Personen geeignet, für die steile Stufen ein Problem darstellen.

Was man sehen kann

Bei der Ankunft können beide Höhlen und die Überreste der Steinmauern besichtigt werden, die ihre natürlichen Eingänge und Räume für militärische Zwecke angepasst haben. Die untere und die obere Höhle sind etwa hundert Meter voneinander entfernt. Heute gibt es dort kein rekonstruiertes Kriegsquartier, wie es 1944 existierte, daher sollte man kein klassisches Museum oder eine große, gestaltete Ausstellung erwarten.

Gerade diese Einfachheit spricht viel über den Ort aus. Wenn man die steilen Hänge, die Felsen und die geschützte Lage der Höhlen sieht, wird es viel leichter verständlich, warum dieser Ort 1944 als geschützter Sitz ausgewählt wurde. Vom Gebiet um die Höhlen hat man auch Ausblicke auf den südlichen Teil der Insel.

Die Titova Špilja kann als eigenständiger, kurzer Ausflug besucht werden, es macht jedoch mehr Sinn, sie mit einem Besuch der Kirche Svetog Duha auf dem Hum zu verbinden. Der Wanderweg von den Höhlen führt weiter zum Gebiet Svetog Duha, etwa 564 Meter entfernt, von wo aus man einen Blick auf Komiža, Biševo und einen großen Teil der Insel hat. Der Gipfel des Huma, 587 Meter hoch, liegt weiter im Osten und ist aufgrund einer Radarstation nicht öffentlich zugänglich.

Am Standort selbst sollte man nicht mit einem Café, Restaurant, sanitären Einrichtungen oder anderen klassischen touristischen Angeboten rechnen, daher ist es am besten, Wasser und alles Notwendige für den Besuch selbst mitzubringen. Die offiziellen Touristenwebseiten führen die Titova Špilja als frei zugängliche historische Stätte und geben keine speziellen Öffnungszeiten für die Höhlen an.

Für einen Besuch von Komiža aus ist die Titova Špilja besonders interessant, da man in einem relativ kurzen Ausflug völlig unterschiedliche Seiten von Vis verbinden kann – seine Kriegsgeschichte, die steinige Landschaft des Inneren und die Panoramaaussichten unter dem höchsten Gipfel der Insel.