Tvrđava Fortica Sućuraj – venezianische Festung aus 1613

Die Festung Fortica ist eines der wichtigsten historischen Denkmäler in Sućuraj und der beste Hinweis auf die Zeit, als der östliche Teil von Hvar direkt osmanischen Angriffen vom nahen Festland aus ausgesetzt war. Die Venezianer errichteten sie 1613 zum Schutz des Ortes und des Hafens, nachdem Sućuraj mehrfach angegriffen, geplündert und niedergebrannt worden war.

Die heutige Fortica ist nur teilweise erhalten. Ein großer Teil der Festung wurde während des Zweiten Weltkriegs zerstört, insbesondere bei den alliierten Bombardierungen von Sućuraj am 24. März 1944, als der Turm, das Innere und ein erheblicher Teil der Verteidigungsmauern einstürzten.

Deshalb sollte man die Fortica heute nicht als vollständig restaurierte Festung mit einem eingerichteten Museumsbereich erwarten. Der Wert des Standorts liegt gerade in den verbleibenden Steinmauern und der Geschichte, die sie erzählen – von der Zeit, als Sućuraj der östlichste venezianische Punkt auf Hvar war und praktisch ein Grenzort zwischen drei Staaten.

Warum wurde Fortica erbaut

Am Ende des 15. und im 16. Jahrhundert befand sich Sućuraj in einer äußerst unsicheren Lage.

Die Insel Hvar gehörte zur Venezianischen Republik, die Makarska Riviera auf dem Festland war unter dem Osmanischen Reich, während die nahegelegene Halbinsel Pelješac zur Republik Dubrovnik gehörte.

Das Meer zwischen Sućuraj und dem Festland ist nur wenige Kilometer breit, sodass der Ort direkt Angriffen von der anderen Seite des Kanals aus ausgesetzt war.

Die osmanischen Truppen griffen Sućuraj mehrere Male an und brannten es nieder. Nach der dritten großen Zerstörung entschieden die venezianischen Behörden, dass der Ort nicht länger ohne ernsthaften Schutz bleiben konnte, und so wurde 1613 die Fortica errichtet.

Eine Festung, die den Ort und den Hafen schützte

Fortica diente nicht nur als Zufluchtsort für die Bevölkerung.

Ihre Hauptaufgabe war die Kontrolle des Zugangs zum Hafen von Sućuraj und der Schutz des gesamten Siedlungsgebiets. In der Festung war eine ständige Militärbesatzung stationiert, und lokale historische Quellen berichten, dass sie nach späteren Erweiterungen mit zehn Kanonen bewaffnet war.

Dies brachte Sućuraj deutlich mehr Sicherheit. Nach dem Bau der Festung begann sich der Ort stärker zu regenerieren und zu entwickeln, und im 17. Jahrhundert entstanden die Ober- und Unterbanda sowie eine Reihe von Gebäuden, die heute den historischen Kern bilden.

Fortica war daher nicht nur ein militärisches Bauwerk, sondern einer der Hauptgründe, warum sich Sućuraj nach einer Zeit ständiger Zerstörungen zu einer stabileren Siedlung entwickeln konnte.

Erweiterung im Jahr 1635

Die Grundfestung wurde 1613 errichtet, und lokale historische Quellen berichten, dass sie 1635 erweitert wurde.

Aus dieser Zeit sind auch alte Zeichnungen des Hafens von Sućuraj mit Fortica erhalten, auf denen man das frühere Aussehen des Verteidigungssystems viel besser verstehen kann als anhand der heutigen Überreste.

Die Festung war damals ein viel dominanteres Bauwerk, als man aus dem heutigen Zustand schließen kann.

Sie hatte Verteidigungsmauern, einen Turm, Innenräume, Kanonen und eine ständige Militärbesatzung.

Der letzte große osmanische Angriff

Fortica bewies bereits im 17. Jahrhundert ihren Zweck.

Im Jahr 1664 griffen die Osmanen erneut Sućuraj an und nahmen einen Teil der Bevölkerung gefangen, doch die Einheimischen organisierten einen Gegenangriff, befreiten die gefangenen Sućuraner und nahmen mehrere Angreifer gefangen.

Danach hörten die osmanischen Angriffe auf Sućuraj auf, eine ernsthafte Bedrohung darzustellen, und der Ort trat in eine ruhigere Entwicklungsphase ein.

Fortica blieb somit eines der zentralen Symbole einer Zeit, in der das tägliche Leben dieses kleinen Ortes buchstäblich von der Verteidigung einer Meeresgrenze von mehreren Kilometern abhing.

Schwere Zerstörung 1944

Fortica überstand Jahrhunderte des Machtwechsels, doch ihr heutiges Aussehen ist größtenteils eine Folge des Zweiten Weltkriegs.

Sućuraj wurde während des Krieges stark bombardiert. Bei dem anglo-amerikanischen Bombardement am 24. März 1944 erlitt Fortica katastrophale Schäden.

Der Turm wurde vollständig zerstört, das Innere der Festung wurde verwüstet, und ein großer Teil der Verteidigungsmauern ging verloren.

Deshalb ist es heute nicht möglich, einen vollständigen Eindruck von ihrer einstigen Größe nur durch den Besuch der Überreste zu gewinnen. Alte Fotografien und Zeichnungen sind besonders wertvoll, da sie zeigen, wie gut der Standort vor den Bombardierungen erhalten war.

Was kann man heute sehen

Heute sind Teile der Steinmauern und die Fundamente der ehemaligen Festung erhalten.

Es handelt sich nicht um eine restaurierte Festung wie die Fortica in der Stadt Hvar, noch um ein Objekt mit eingerichteten Ausstellungsräumen, Kasse und einem ständigen Touristenprogramm.

Die Fortica in Sućuraj ist eher ein archäologisch-historischer Standort, der im Kontext des gesamten Ortes betrachtet werden sollte.

Wenn man weiß, was hier einst stand, erhalten die verbleibenden Mauern viel mehr Sinn. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, vor dem Besuch die grundlegende Geschichte der venezianisch-osmanischen Kriege und die Lage von Sućuraj an der Grenze von drei Staaten zu kennen.

Einer der zentralen Teile des historischen Sućuraj

Es macht Sinn, Fortica mit anderen Sehenswürdigkeiten in Sućuraj aus derselben historischen Periode zu verbinden.

Nach dem Bau der Festung begann Sućuraj im 17. Jahrhundert, sich stärker zu entwickeln. Der Bischof von Makarska, fra Bartul Kačić Žarković, lebte damals im Ort und ließ den Bischofspalast errichten, während Siedler vom Festland und Franziskaner 1663 die Kirche des hl. Ante in der Unteren Banda erbauten.

In der Oberen Banda gab es bereits ein altes Kloster und die Kirche des hl. Georg.

Daher funktioniert der Besuch von Fortica am besten als Teil eines Spaziergangs durch die Altstadt von Sućuraj und nicht als isolierter Ausflug zu einem Denkmal.

Wie man zur Fortica gelangt

Fortica befindet sich im Gebiet von Sućuraj und ist am besten zu Fuß vom Zentrum aus zu erreichen.

Der Ort ist klein, und die wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten befinden sich in kurzen Entfernungen zueinander. Bei einem Spaziergang können Fortica, die Kirche des hl. Georg, das alte Kloster, die Kirche des hl. Ante, die Uferpromenade und der Leuchtturm miteinander verbunden werden.

Ein Auto ist für den Besuch nicht erforderlich.

Da der Standort nicht als moderne Touristenfestung gestaltet ist, sollte man auf unebene Steinflächen und Überreste von Mauern achten und vorsichtig gehen.

Parken

Es gibt keinen Bedarf, nach einem speziellen Touristenparkplatz in der Nähe von Fortica zu suchen.

Wenn man mit dem Auto nach Sućuraj kommt, ist es praktischer, das Fahrzeug an einem verfügbaren öffentlichen Platz im weiteren Bereich des Zentrums abzustellen und die historische Altstadt zu Fuß zu erkunden.

Die engen lokalen Straßen und die kurze Distanz zwischen den Sehenswürdigkeiten machen das Gehen deutlich einfacher, als zu versuchen, mit dem Auto zu jedem einzelnen Standort zu gelangen.

Ist ein Besuch der Fortica lohnenswert?

Fortica ist vor allem für Besucher interessant, die sich für die Geschichte von Sućuraj, venezianisches Erbe und die Beziehung von Hvar zum osmanischen Festland interessieren.

Wenn man eine große, vollständig erhaltene Festung erwartet, könnte der Standort bescheiden wirken. Dennoch ist er als Teil der Geschichte von Sućuraj sehr bedeutend.

Es ist schwer zu verstehen, warum sich der Ort im 17. Jahrhundert so stark entwickelte, warum Menschen vom Festland hierher zogen und warum Sućuraj eine so große strategische Bedeutung hatte, ohne die Rolle von Fortica zu verstehen.

Gerade deshalb verdient sie einen Platz unter den wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten im östlichen Hvar.

Nützliche Informationen

Standort: Sućuraj, östlicher Teil der Insel Hvar

Objektart: venezianische Verteidigungsfestung

Baujahr: 1613

Erweiterung: 1635

Zweck: Verteidigung des Hafens und der Siedlung Sućuraj

Historische Periode: venezianisch-osmanische Kriege

Militärbesatzung: ständig

Bewaffnung: zehn Kanonen nach der Erweiterung

Zustand heute: teilweise erhaltene Ruine

Hauptzerstörung: alliierte Bombardierung am 24. März 1944

Eintritt: kein klassisches Museumssystem

Zugang: am besten zu Fuß vom Zentrum von Sućuraj

Parken: öffentliche Plätze im weiteren Bereich des Zentrums

Besonderheit: eines der zentralen Verteidigungsbauwerke von Sućuraj und Symbol seiner Lage an der Grenze zwischen der Venezianischen Republik und dem Osmanischen Reich