Kirche St. Johannes in Jelsa – barockes Kleinod des versteckten Platzes

Die Kirche St. Johannes befindet sich im Herzen der alten Stadt Jelsa, auf einem kleinen Platz, der nur wenige Gehminuten von der Pjaca entfernt ist. Umgeben von hohen Steinhäusern, Balkonen und engen Gassen, fügt sie sich so gut in die Altstadt ein, dass man fast unerwartet davor steht.

Das ist ein großer Teil ihres Charmes. St. Johannes ist keine monumentale Kirche, die die Stadt dominiert, sondern ein kleines, harmonisches Gebäude, das zusammen mit den umliegenden Häusern eine der schönsten historischen Kulissen in Jelsa schafft.

Einer der Orte, um die Jelsa wuchs

Die Kirche St. Johannes ist für die Geschichte von Jelsa viel wichtiger, als man aufgrund ihrer Größe annehmen könnte.

Die mittelalterliche Kirche an diesem Ort wird in Dokumenten erstmals 1463 erwähnt, zu einer Zeit, als das heutige Jelsa sich gerade aus einem Hafen entwickelte, der mit dem Dorf Pitve verbunden war. Fischerei und Seefahrt förderten allmählich das Wachstum des Küstendorfes, und der Bereich um St. Johannes wurde eines seiner wichtigsten frühen Zentren.

Deshalb sind gerade um den Platz St. Johannes einige der ältesten Häuser in Jelsa erhalten geblieben, darunter die Häuser ehemaliger Schifffahrtsfamilien. Am Türsturz des Hauses Skrivaneli kann man noch heute das Jahr 1561 und das Familienwappen sehen.

Von der mittelalterlichen Kirche zum heutigen barocken Aussehen

Die Kirche, die wir heute sehen, ist nicht das gleiche Gebäude, das im 15. Jahrhundert erwähnt wird.

Nach der Zeit der osmanischen Bedrohung und der wirtschaftlichen Wiederbelebung von Jelsa wurde die ältere Kirche grundlegend umgestaltet. Konservatorische Forschungen zeigen, dass das heutige barocke Ensemble hauptsächlich in der Mitte des 18. Jahrhunderts gestaltet wurde, als Architektur, Innenraum und sakrale Ausstattung als harmonisches Ganzes eingerichtet wurden.

Deshalb findet man in touristischen Beschreibungen die Information, dass es sich um eine Kirche aus dem späten 17. Jahrhundert handelt, während detailliertere Fachuntersuchungen ihre Geschichte wesentlich weiter zurückverfolgen. Am genauesten ist es daher zu sagen, dass es sich um eine mittelalterliche Kirche handelt, die später ihr heutiges barockes Aussehen erhielt.

Ungewöhnliche achteckige Form

St. Johannes unterscheidet sich von vielen anderen kleinen Kirchen auf Hvar durch ihre fast achteckige Form und die sehr harmonische Fassade.

Auf der Fassade sticht das reich gestaltete steinerne Rosettenfenster hervor, über dem sich eine schmale Öffnung und ein kleiner Glockenturm mit einem Glockenstuhl befinden. Obwohl die Kirche klein ist, macht gerade die Kombination aus Stein, Rosette, Glockenturm und den umliegenden Häusern sie sehr fotogen.

Ihre Architektur wirkt nicht getrennt vom Platz – die Kirche und die Pjaca sind fast als eine urbane Einheit gedacht.

Wertvolles barockes Innere

Das Innere wurde zusammen mit der großen barocken Renovierung der Kirche im 18. Jahrhundert gestaltet.

Besonderer Wert von St. Johannes liegt darin, dass Architektur, Altar, Bilder, Wandmalereien und andere liturgische Ausstattungen innerhalb desselben stilistischen Zeitraums entstanden oder abgestimmt wurden. Daher war das Ziel bei der neueren Restaurierung, die Kirche als eine zusammenhängende historische Einheit zu erhalten und nicht einzelne Teile separat zu renovieren.

Umfassende konservatorische und restauratorische Maßnahmen umfassten die steinernen Teile, Wandmalereien, den Holzaltar, das Altarbild und andere Elemente des Innenraums.

Platz St. Johannes – einer der schönsten kleinen Plätze in Jelsa

Die Kirche ist fast nicht vom Platz St. Johannes zu trennen.

Der kleine Platz ist von alten Häusern mit Balkonen und Details umgeben, die aus dem Zeitraum ab dem 16. Jahrhundert stammen. Der Bau und die Gestaltung des umliegenden Raums setzten sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fort, aber der Platz hat sein sehr harmonisches historisches Aussehen bewahrt.

Im Vergleich zur großen und lebhaften Pjaca wirkt der Platz St. Johannes intimer. Man gelangt über enge Gassen der Altstadt dorthin, und der Autoverkehr sowie moderne touristische Infrastrukturen bestimmen hier nicht den Raum.

Es ist einer dieser Teile von Jelsa, die man am besten ohne besonderen Plan erkundet – zu Fuß aus dem Zentrum kommen, um die Kirche herumgehen und dann durch die alten Gassen zu anderen Teilen des Ortes weitergehen.

Sommerbühne der alten Jelsa

Der Platz St. Johannes ist nicht nur ein historischer Raum geblieben.

Im Sommer wird er als kleine Freiluftbühne für Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen, Promotionen und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt. Aufgrund der kleinen Dimensionen des Platzes und der ihn umgebenden Steinhäuser haben solche Programme eine viel intimere Atmosphäre als große Veranstaltungen an der Uferpromenade von Jelsa oder auf der Pjaca.

Gerade die Verbindung von lebendiger Kultur und erhaltener Architektur macht den Platz St. Johannes zu einem der charakteristischsten Orte der alten Jelsa.

Kann die Kirche von innen besichtigt werden?

Für die Kirche St. Johannes gibt es keine regulären Öffnungszeiten für touristische Besichtigungen, daher sollte man nicht davon ausgehen, dass die Türen immer offen sind.

Das Innere kann besichtigt werden, wenn die Kirche für religiöse oder kulturelle Anlässe geöffnet ist, aber außerhalb solcher Termine kann sie verschlossen sein. Wenn das Ziel ist, das restaurierte Innere besonders zu besichtigen, ist es am besten, die Möglichkeit des Eintritts kurz vor dem Besuch zu überprüfen.

Selbst wenn sie geschlossen ist, lohnt sich der Besuch wegen der Kirche selbst, der Rosette, des Glockenturms und insbesondere des Platzes St. Johannes, der eine der schönsten historischen Einheiten in Jelsa ist.

Ein Teil von Jelsa, den man nicht auslassen sollte

Von der Haupt-Pjaca bis St. Johannes sind es nur wenige Minuten zu Fuß, daher gibt es keinen Grund, diesen Ort während des Besuchs der Altstadt auszulassen.

Der Besuch lässt sich am besten mit der Pjaca, der Pfarrkirche bzw. der Festungskirche St. Maria, dem Lapidarium und dem Museum der Gemeinde Jelsa verbinden. So kann man in einem kleinen Bereich mehrere völlig unterschiedliche Entwicklungsstufen des Ortes sehen.

St. Johannes ist dabei besonders wichtig, da er Jelsa vor der heutigen großen Uferpromenade und dem touristischen Zentrum repräsentiert – eine kleine maritime Gemeinschaft, die sich allmählich um ihre ersten Plätze, Häuser und Kirchen entwickelte.

Nützliche Informationen

  • Name: Kirche St. Johannes
  • Ort: Jelsa, Insel Hvar
  • Lage: Platz St. Johannes in der Altstadt, unweit der Haupt-Pjaca
  • Älteste schriftliche Erwähnung der Kirche: 1463
  • Heutiges Aussehen: hauptsächlich Ergebnis der barocken Rekonstruktion aus dem 18. Jahrhundert
  • Architektur: kleine, fast achteckige Kirche mit reich gestalteter steinerner Rosette und Glockenturm
  • Historische Bedeutung: eines der Zentren, um die sich das frühe Jelsa entwickelte
  • Platz: Renaissance-Barockeinheit umgeben von einigen der ältesten Häuser des Ortes
  • Kulturelle Veranstaltungen: im Sommer finden auf dem Platz St. Johannes Konzerte, Aufführungen, Ausstellungen und Promotionen statt
  • Besichtigung des Innenraums: es gibt keine regulären Öffnungszeiten für touristische Besuche, und die Kirche kann verschlossen sein
  • Zugang: am einfachsten zu Fuß durch die Altstadt von Jelsa
  • Besonderheit: die Kirche, ihr barockes Innere und der umliegende Platz bilden eine der harmonischsten historischen Einheiten in Jelsa