Kirche St. Anton von Padua in Sućuraj – Barockkirche aus dem Jahr 1663

Die Kirche St. Anton von Padua ist eines der wertvollsten historischen Gebäude in Sućuraj und eine der wenigen erhaltenen Kirchen, die direkt an die turbulente Zeit der venezianisch-osmanischen Konflikte im östlichen Teil von Hvar erinnert. Sie wurde 1663 erbaut, zu einer Zeit, als zahlreiche Familien von der Makarska Riviera und anderen Gebieten des Festlandes nach Sućuraj zogen, um vor den Osmanen zu fliehen.

Die Kirche wurde von den Zuwanderern unter der Leitung von Franziskanern im Teil des Ortes errichtet, der als Donja Banda bekannt ist. Neben der Kirche wurde damals auch ein kleines Kloster gebaut. Das Klostergebäude ist erhalten geblieben, hat jedoch heute keine Funktion mehr und wird als Wohnhaus genutzt.

Obwohl die Kirche klein und von außen recht einfach ist, ist ihr Inneres besonders interessant. Dort wird das älteste bekannte Bild in Sućuraj aufbewahrt, zwei Statuen des hl. Anton, eine Statue des hl. Nikolaus sowie eine kleine archäologische Sammlung mit Gegenständen, die im Meer rund um Sućuraj gefunden wurden.

Die Kirche entstand nach der Ansiedlung von Menschen vom Festland

Die Geschichte der Kirche St. Anton lässt sich schwer von der Geschichte Sućurajs selbst trennen.

Im 16. und 17. Jahrhundert lag der östliche Teil von Hvar sehr nahe an der Grenze zwischen der Republik Venedig und dem unter osmanischer Herrschaft stehenden Gebiet. Die Makarska Riviera war unter den Osmanen, Pelješac gehörte zur Republik Dubrovnik, und Sućuraj war einer der östlichsten Orte des venezianischen Territoriums.

Im Ort kamen Flüchtlinge vom Festland an, und ein Teil von ihnen ließ sich in der bis dahin weniger bebauten Donja Banda nieder. Die Franziskaner, die zusammen mit den Zuwanderern kamen, beteiligten sich am Bau der neuen Kirche, die dem hl. Anton von Padua geweiht wurde.

Das Jahr 1663. hat sich als Jahr ihres Baues erhalten.

Barockkirche mit Elementen älterer Baukunst

Die Kirche St. Anton wird häufig als barockes Bauwerk beschrieben, und in ihrem Erscheinungsbild sind auch Elemente älterer dalmatinischer Baukunst erkennbar.

Sie hat keine monumentalen Dimensionen oder reich gestaltete Fassaden, wie sie bei großen Stadtkirchen zu sehen sind. Gerade die bescheideneren Proportionen passen gut zu der Zeit und der Gemeinschaft, in der sie entstand.

Heute ist sie vor allem deshalb wertvoll, weil sie als authentischer Teil von Sućuraj aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben ist – einer Zeit, in der sich der Ort nach Jahrzehnten von Kriegen, Angriffen und Unsicherheit wieder ausdehnte.

Das älteste Bild in Sućuraj

Im Inneren wird das älteste erhaltene Bild in Sućuraj aufbewahrt.

Es zeigt hl. Paschalis, die Karmeliterin und hl. Rochus, und es wird vermutet, dass es sich wahrscheinlich um ein Werk des Meisters Filip Nadij aus dem 18. Jahrhundert handelt.

Für einen kleinen Ort wie Sućuraj sind solche Objekte besonders wichtig, da die Kirche nicht nur ein architektonisches Denkmal ist, sondern auch ein Ort, an dem seit Jahrhunderten Spuren der lokalen religiösen und kulturellen Geschichte bewahrt werden.

Zwei hl. Anton – „dünn“ und „dick“

Eines der interessantesten Details in der Kirche sind die zwei unterschiedlichen Statuen des hl. Anton.

Die erste stellt hl. Anton von Padua dar, dem die Kirche geweiht ist, während die zweite hl. Anton den Abt zeigt.

In der lokalen Tradition unterscheiden die Sućurjani sie einfacher und bildhaft – als „dünnen hl. Anton“ und „dicken hl. Anton“.

Solche lokalen Bezeichnungen mögen trivial erscheinen, aber sie verleihen der Kirche den Charakter eines lebendigen Teils des Ortes und nicht nur eines historischen Objekts, das von außen besichtigt wird.

In der Kirche befindet sich auch eine Statue des hl. Nikolaus, eines weiteren Heiligen, der in Sućuraj traditionell besonders verehrt wird.

Amphoren und Anker einer versunkenen römischen Galeere

Die Kirche St. Anton birgt eine weitere Überraschung, die keinen direkten Bezug zur barocken sakralen Kunst hat.

Im Inneren befindet sich eine kleine archäologische Sammlung mit Amphoren und einem Anker, die auf einer versunkenen römischen Galeere im Meeresboden von Sućuraj gefunden wurden.

Das Gebiet um das östliche Hvar war bereits in der Antike ein wichtiges Seegebiet, und im Meer rund um Sućuraj wurden zahlreiche Spuren von Schifffahrt und Schiffsunglücken gefunden.

So treffen in einem sehr kleinen Raum zwei völlig unterschiedliche Geschichten aufeinander – die römische maritime Vergangenheit von Sućuraj und das religiöse Erbe der Zuwanderer aus dem 17. Jahrhundert.

Festtag des hl. Anton am 13. Juni

Die Kirche spielt auch heute eine wichtige Rolle im Leben des Ortes, insbesondere am Festtag des hl. Anton von Padua am 13. Juni.

An diesem Tag findet in Sućuraj traditionell eine Messe und eine Prozession durch den Ort statt, bei der die Statue des hl. Anton von Padua aus der Kirche getragen wird.

Die Prozession ist kein neuer touristischer Anlass, sondern Teil einer langjährigen lokalen religiösen Tradition. Gerade während des Festes zeigt die Kirche ihre ursprüngliche Funktion am besten – als Versammlungsort der Gemeinschaft und nicht nur als kulturelles Denkmal.

Die Kirche ist Teil der alten Donja Banda

Die Kirche befindet sich im östlichen Teil von Sućuraj, im alten Teil des Ortes, der als Donja Banda bekannt ist.

Von der Uferpromenade und dem Zentrum von Sućuraj ist sie in einem kurzen Spaziergang zu erreichen. Da Sućuraj nicht groß ist, lässt sich die Kirche leicht in einen Fußweg einbeziehen, der auch die Kirche St. Georg, das alte Kloster, die Fortica, die Uferpromenade und den Leuchtturm umfasst.

Das Gehen ist die beste Möglichkeit, um das historische Sućuraj kennenzulernen, da die wichtigsten Sehenswürdigkeiten relativ nah beieinander liegen.

Kann man die Kirche betreten?

Die Kirche ist ein aktives sakrales Objekt, aber man sollte nicht mit klassischen touristischen Öffnungszeiten wie in Museen rechnen.

Das Innere lässt sich am besten sehen, wenn die Kirche für eine Messe, einen Feiertag oder eine andere kirchliche Veranstaltung geöffnet ist. Wenn man hauptsächlich wegen der historischen Objekte und der archäologischen Sammlung kommt, ist es ratsam, im Voraus die Möglichkeit des Eintritts zu überprüfen.

Auch wenn sie geschlossen ist, lohnt sich ein kurzer Halt während des Rundgangs durch das alte Sućuraj wegen ihrer Geschichte und ihrer Lage in der ehemaligen Donja Banda.

Parken und Zugang

Die Kirche ist über die lokalen Straßen erreichbar, aber im alten Teil von Sućuraj macht es keinen Sinn, mit einem großen Parkplatz direkt neben der Kirche zu rechnen.

Wenn man bereits im Ort ist, ist es am besten, zu Fuß zu kommen. Sućuraj ist klein genug, dass man von der Uferpromenade und dem größeren Teil des Zentrums in einem kurzen Spaziergang zur Kirche gelangt.

Bei Anreise mit dem Auto ist es praktischer, an einem verfügbaren Platz im weiteren Zentrum zu parken und den Rundgang durch die Altstadt zu Fuß fortzusetzen.

Nützliche Informationen

Standort: Sućuraj, östlicher Teil der Insel Hvar

Name: Kirche St. Anton / Kirche St. Anton von Padua

Baujahr: 1663

Stil: Barock, mit Elementen älterer Baukunst

Bauer: Zuwanderer vom Festland unter der Leitung von Franziskanern

Historischer Teil des Ortes: Donja Banda

Besonderheiten: das älteste Bild in Sućuraj, zwei Statuen des hl. Anton und eine archäologische Sammlung

Archäologische Objekte: Amphoren und ein Anker einer versunkenen römischen Galeere

Festtag des hl. Anton: 13. Juni

Prozession: ja, traditionell am Festtag des hl. Anton

Zugang: am besten zu Fuß aus dem Zentrum von Sućuraj

Parken: kein großer Parkplatz direkt neben der Kirche