Alter Friedhof und das Grab von Vesna Parun in Grohotama

Der alte Friedhof in Grohotama befindet sich neben der Kirche St. Stephanus, im historischen Teil des Ortes. Es ist ein ruhiger, kleiner Raum, umgeben von Steinmauern, alten Grabsteinen und hohen Bäumen. Das bekannteste Grab auf dem Friedhof gehört der kroatischen Dichterin Vesna Parun.

Vesna Parun wurde 1922 auf der Insel Zlarin geboren und starb 2010. Obwohl sie nicht auf Šolta geboren wurde, war sie über die Familie ihrer Mutter und ihre Wurzeln in Grohotama mit der Insel verbunden. Nach ihrem eigenen Wunsch wurde sie genau auf dem alten Friedhof neben der Kirche St. Stephanus beigesetzt, in der Nähe des Grabes ihres Großvaters Ante Mateljana Jukića.

Ihr Grab ist leicht zu erkennen an der schlichten hellen Steinplatte mit eingraviertem Namen und Lebensdaten. Über dem Grab steht ein steinernes Kreuz, und oft sieht man Blumen, Kerzen und kleine Zeichen der Aufmerksamkeit, die von Einheimischen, Schülern und Bewunderern ihres literarischen Schaffens hinterlassen werden.

Das Grab ist nicht als großes Denkmal gestaltet. Gerade seine Einfachheit und die Lage im Schatten der Bäume passen zur stillen Atmosphäre des alten Inselfriedhofs. Besucher kommen meist einzeln, ohne organisierte Führungen, um am Grab innezuhalten, eine Blume niederzulegen oder sich an eines ihrer Gedichte zu erinnern.

Vesna Parun gilt als eine der bedeutendsten kroatischen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Sie schrieb lyrische Poesie, Prosa, Theatertexte und Kinderliteratur und veröffentlichte während ihres langen Schaffens viele Bücher. In ihrer Poesie finden sich häufig Themen wie Liebe, Einsamkeit, Natur, Vergänglichkeit und die Stellung des Individuums in der Welt.

Šolta bewahrt das Andenken an die Dichterin durch kulturelle Programme und die Veranstaltung „Dani Vesne Parun“. Anlässlich ihres Geburtstags am 10. April und des Jahrestages ihres Todes am 25. Oktober finden besondere Zusammenkünfte statt. Dabei werden Blumen und Kerzen am Grab niedergelegt, und Schüler sowie Kulturschaffende lesen ihre Verse.

Der alte Friedhof ist auch unabhängig vom Grab von Vesna Parun interessant. Hier sind ältere steinerne Grabsteine und einfache Familiengräber zu sehen, die von Generationen der Bewohner Grohotas erzählen. Neben der Kirche befinden sich auch die Überreste einer frühchristlichen Basilika sowie steinerne Sarkophage, sodass an diesem kleinen Ort Spuren verschiedener Epochen der Inselgeschichte zusammentreffen.

Der Friedhof wird auch heute noch genutzt, weshalb er mit dem entsprechenden Respekt besucht werden sollte. Es ist notwendig, sich auf den bestehenden Wegen zu bewegen, leise zu sprechen und das Fotografieren anderer Besucher, Beerdigungen oder privater Familiengräber zu vermeiden. Das Fotografieren des Grabes von Vesna Parun ist in der Regel unproblematisch, wenn es diskret erfolgt.

Für den Besuch gibt es kein Eintrittsgeld und keine festgelegten touristischen Öffnungszeiten. Der Friedhof kann tagsüber besucht werden, sollte jedoch während Beerdigungen und größerer religiöser Zeremonien gemieden werden. In den Abendstunden ist der Bereich nicht für touristische Besichtigungen geeignet.

Vom zentralen Teil Grohotas zur Kirche und zum alten Friedhof gelangt man in wenigen Minuten zu Fuß. Der hohe Kirchturm der Kirche St. Stephanus ist von einem Großteil des Ortes sichtbar und stellt die beste Orientierung dar.

Unmittelbar am Friedhof gibt es keinen großen Parkplatz für Touristen. Die Straßen rund um die alte Altstadt sind teilweise eng, daher ist es am besten, das Auto auf einem erlaubten Platz an der breiteren Straße abzustellen und den letzten Abschnitt zu Fuß zu gehen. Während Messen, Beerdigungen und Feiertagen können die Parkplätze in der Nähe belegt sein.

Die Fläche des Friedhofs besteht aus steinernen Wegen, Treppen und teilweise unebenem Gelände. Personen mit eingeschränkter Mobilität kann der Zugang zu bestimmten Bereichen erschwert sein, daher ist es ratsam, vor dem Besuch den praktischsten Eingang zu überprüfen.

Der Besuch des alten Friedhofs und des Grabes von Vesna Parun lässt sich am besten mit einem Besuch der Kirche St. Stephanus, der Überreste der frühchristlichen Basilika und der alten Altstadt von Grohotas verbinden. Es handelt sich um einen ruhigen und unaufdringlichen Ort, der keine Merkmale einer klassischen Touristenattraktion aufweist, aber eine starke literarische, historische und emotionale Bedeutung trägt.