Pustinja Blaca auf Brač | Steinernes Kloster versteckt zwischen Klippen und Meer

Pustinja Blaca befindet sich an der Südseite von Brač, zwischen hohen steinigen Klippen und steilen Schluchten, die zum Meer hinabführen. Obwohl es als Wüste bezeichnet wird, gibt es hier tatsächlich keinen Sand oder flaches Land — es handelt sich um einen isolierten Klosterkomplex, der tief im Steinland verborgen ist und bis heute ausschließlich zu Fuß erreicht werden kann. Dieses Gefühl der Abgeschiedenheit vom Rest der Insel hinterlässt bereits bei der Ankunft den größten Eindruck.

Nach Blaca gelangt man aus verschiedenen Richtungen, am häufigsten jedoch über die Straße von Nerežišća oder Bol bis zum Parkplatz auf dem Hochplateau über der Schlucht. Von dort aus folgt ein etwa 2,5 Kilometer langer Fußweg bergab zum Kloster. Der Weg führt durch eine völlig karge Landschaft voller Trockenmauern, Salbei und weißem bračischen Stein, ohne Schatten auf dem größten Teil des Pfades. Aus diesem Grund kommen die meisten Menschen früh am Morgen oder später am Nachmittag, besonders im Sommer.

Das Kloster wurde im 16. Jahrhundert von glagolitischen Priestern gegründet, die vor den Osmanen vom Festland flohen. Zunächst war es eine kleine Höhlenunterkunft, entwickelte sich jedoch im Laufe der Jahrhunderte zu einem großen Komplex mit Wohnräumen, einer Kirche, einer Bibliothek, Wirtschaftsgebäuden und einer astronomischen Sternwarte. Es ist bemerkenswert, dass alles in den Felsen gebaut wurde, an einem Ort, wo es heute weder Straßen noch Wasserquellen gibt.

Das Innere des Klosters unterscheidet sich erheblich von typischen dalmatinischen Klöstern an der Küste. Die Räume sind voller alter Bücher, astronomischer Instrumente, Uhren, Karten und Gegenstände, die die Mönche über Jahrhunderte aus verschiedenen Teilen Europas gesammelt haben. Besonders bekannt ist die Sternwarte, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Don Nikola Miličević, einem der letzten Bewohner von Blaca, eingerichtet wurde. Dank ihm wurde die Wüste auch außerhalb Kroatiens für astronomische Beobachtungen und wissenschaftliche Arbeiten bekannt.

Was Blaca besonders macht, ist nicht nur die Geschichte, sondern auch die gesamte Umgebung des Klosters. Wenn sich nach dem langen Abstieg zum ersten Mal der in den Felsen eingebaute Komplex zeigt, wirkt der Ort mehr wie ein Filmset als ein echtes Kloster. Es gibt keine umliegenden Häuser, Geschäfte oder Verkehr — nur Stein, Klippen und einige alte Terrassen, die die Mönche über Jahrhunderte bewirtschaftet haben, um zu überleben.

Der Rückweg aus Blaca kann anspruchsvoller sein als der Hinweg, da der gesamte Pfad bergauf führt. Es ist notwendig, ausreichend Wasser mitzunehmen, geeignetes Schuhwerk für das steinige Gelände zu tragen und die größte Hitze zu vermeiden. Im Sommer gibt es auf dem Weg kaum Schatten.

Pustinja Blaca ist heute einer der wichtigsten kulturellen Orte auf Brač und Teil des kroatischen Kulturerbes, das staatlich geschützt ist. Die meisten Menschen, die es besuchen, sagen, dass der Weg zum Kloster ebenso wichtig für das Erlebnis ist wie die Besichtigung selbst.