Kirche der Reinigung der seligen Jungfrau Maria in Srednje Selo

Die Pfarrkirche der Reinigung der seligen Jungfrau Maria befindet sich im Zentrum von Srednje Selo auf der Insel Šolta. Die Einheimischen verbinden sie auch mit den Namen Gospa Svijećnica und Gospa Kandelora, entsprechend dem Fest, das am 2. Februar gefeiert wird. Die Steinfassade, die öffentliche Uhr und der Glockenturm mit einer Glockenstube machen sie zum markantesten Bauwerk dieses kleinen Ortes zwischen Grohote und Donje Selo.

Die heutige Kirche wurde 1882 während der Amtszeit des Pfarrers Don Nikola Šimić erbaut. Sie wurde aus sorgfältig bearbeitetem Stein an der Stelle einer älteren und deutlich kleineren Pfarrkirche errichtet, wodurch Srednje Selo ein sakrales Gebäude erhielt, das der damaligen Einwohnerzahl und der Bedeutung der eigenständigen Pfarrei angemessen war.

Die Kirche ist etwa 21 Meter lang und 7,5 Meter breit. An der schlichten Steinfassade befindet sich ein bogenförmiger Eingang mit einem profilierten Steinrahmen. Über der Tür ist ein großer runder Fenster angebracht, und noch höher befindet sich die öffentliche Uhr, die jahrzehntelang dem ganzen Dorf diente.

Am oberen Ende der Fassade erhebt sich der steinerne Glockenturm mit Öffnungen für drei Glocken. Im Gegensatz zu Kirchen mit einem separaten hohen Glockenturm sind die Glocken hier Teil der Fassade selbst, was dem Gebäude ein harmonisches und erkennbares Aussehen verleiht.

Die Seitenwände des Kirchenschiffs sind durch hohe Fenster mit Bogenabschluss gegliedert. Durch diese gelangt ausreichend Tageslicht ins Innere, während sie von außen die verlängerte Form des Gebäudes betonen. Die Kirche ist von einer Steinmauer umgeben, und hohe Zypressen heben ihren Standort innerhalb des ländlichen Zentrums von Srednje Selo zusätzlich hervor.

Im Inneren befinden sich drei Marmoraltaare, die von dem Splitter Steinmetz Pavle Bilinić geschaffen wurden. Der Hauptaltar befindet sich im Chor, und darauf steht ein Altarbild, das die Darstellung Jesu im Tempel zeigt, ein Werk des Malers A. Zuccara.

Die Darstellung Jesu im Tempel ist direkt mit dem Titel der Kirche verbunden. Nach christlicher Tradition brachten Maria und Joseph Jesus vierzig Tage nach seiner Geburt in den Tempel von Jerusalem. Das Fest wird am 2. Februar gefeiert und ist im Volk als Svijećnica oder Kandelora bekannt, aufgrund des Brauchs der Segnung von Kerzen.

Auf einem Seitenaltar befindet sich ein Marienbild, das aus der alten Kirche übertragen wurde. Ein anderer ist dem Heiligen Kreuz gewidmet und mit einem Marmorkreuz geschmückt. Der Chor wurde 1895 mit Marmorkacheln ausgelegt.

In der Kirche werden auch Holzfiguren von Maria, St. Joseph und St. Blasius aufbewahrt, die in Tiroler Werkstätten zu Beginn des 20. Jahrhunderts gefertigt wurden. Zudem gibt es ältere Altarbilder von St. Georg und St. Christophorus, die einst in der vorherigen Pfarrkirche waren. Das Bild von St. Christophorus wurde 1812 von Don Alojzije Macanović, dem damaligen Pfarrer in Grohotama, gemalt.

Ein besonders wertvolles Relikt der alten Kirche ist der Kelch mit der eingravierten Jahreszahl 1564. Dieses Objekt bestätigt, dass die sakrale Tradition an diesem Ort viel länger besteht als das heutige Gebäude aus dem 19. Jahrhundert.

Die alte Kirche war etwa 11 Meter lang und 4,5 Meter breit. Bereits 1579 wird sie mit zwei Altären erwähnt, während im 17. Jahrhundert ein dritter hinzugefügt wurde. Nach ihrem Abriss wurden einige Kunstwerke und kirchliche Inventare in die neue Kirche übertragen.

Die Pfarrei Srednje Selo wurde 1726 unabhängig. Obwohl sie im 19. Jahrhundert administrativ mit der Pfarrei St. Stephan in Grohotama verbunden war, behielt sie ihre eigene religiöse Gemeinschaft und Gottesdienste. Die heutige Kirche ist daher nicht nur ein architektonisches Denkmal, sondern auch das Zentrum des jahrhundertealten Pfarrlebens des Ortes.

Die Kirche ist nach wie vor aktiv, und es werden regelmäßig Messen gefeiert. Es gibt keine klassischen touristischen Öffnungszeiten, daher ist der beste Zeitpunkt für den Eintritt kurz vor oder nach dem Gottesdienst. Der aktuelle Zeitplan sollte vor dem Besuch überprüft werden, da sich die Zeiten der Messen zwischen Sommer- und Winterzeit ändern.

Während der Messe ist es nicht angemessen, die Kirche als touristisches Objekt zu besichtigen. Besucher sollten leise sprechen, sich angemessen für den sakralen Raum kleiden und vor dem Fotografieren des Innenraums prüfen, ob es besondere Einschränkungen gibt.

Die Kirche ist leicht über die Hauptstraße zu erreichen, die Grohote, Srednje Selo und Donje Selo verbindet. Sie ist etwa eineinhalb Kilometer vom Zentrum von Grohote entfernt, sodass die Fahrt nur wenige Minuten dauert. Sie kann auch mit dem Bus, dem Fahrrad oder zu Fuß erreicht werden, jedoch sollte man während der Sommerhitze mit wenig Schatten entlang der Straße rechnen.

Die Kirche befindet sich an einer lokalen Verkehrsstraße im alten Teil des Dorfes. Unmittelbar neben ihr gibt es keinen großen, angelegten Parkplatz für Touristen, aber das Fahrzeug kann auf einer erlaubten Erweiterung oder an einem anderen geeigneten Ort in der Umgebung abgestellt werden. Es ist darauf zu achten, dass der Zugang zu privaten Höfen nicht blockiert und der Durchgang für lokale Fahrzeuge nicht verengt wird.

Die umliegenden Straßen und Zugänge sind stellenweise eng, und der Steinboden kann uneben sein. Personen mit eingeschränkter Mobilität können möglicherweise Zugang zum Kirchenraum haben, aber es ist ratsam, vor dem Besuch zu überprüfen, ob es an dem gewählten Eingang Schwellen oder Treppen gibt.

Ein Besuch der Kirche lässt sich am besten mit einem Spaziergang durch Srednje Selo verbinden. In der Umgebung sind alte Steinhäuser, geschlossene Höfe, Außentreppen und andere Beispiele traditioneller šoltanischer Architektur zu sehen. Da das Dorf nicht viele klassische touristische Einrichtungen hat, ist der Besuch ruhig und meist ohne Gedränge.

Die Kirche der Reinigung der seligen Jungfrau Maria ist keine monumentale Inselkathedrale, aber sie ist das wichtigste Wahrzeichen von Srednje Selo. Ein Besuch lohnt sich wegen der harmonischen Steinfassade, des Glockenturms mit drei Glocken, der wertvollen Altäre und Kunstwerke sowie der Kontinuität des sakralen Lebens, das an diesem Ort seit Jahrhunderten besteht.