Franjevački Samostan in Sućuraj – das älteste erhaltene Bauwerk des Ortes

Der Franziskanerkloster neben der Pfarrkirche St. Georg ist eines der historisch bedeutendsten Objekte in Sućuraj. Obwohl er heute als Franziskanerkloster bezeichnet wird, ist seine Geschichte viel älter als die Ankunft der Franziskaner – ursprünglich gehörte er den Augustinern, und lokale historische Quellen datieren seine Anfänge bereits ins frühe Mittelalter.

Deshalb ist das Kloster interessanter, als man nur von außen schließen könnte. Das heutige Steingebäude hat zahlreiche Renovierungen und Umbauten durchlaufen, ist aber das älteste gut erhaltene Bauwerk in Sućuraj, das auch heute noch genutzt wird.

Der wichtigste Hinweis auf sein Alter befindet sich über dem Eingang. Eine lateinische Inschrift bezeugt, dass das Kloster des Ordens der Einsiedler des heiligen Augustinus im Jahr 1309 renoviert wurde. Das bedeutet, dass das Kloster bereits vor Beginn des 14. Jahrhunderts existierte, unabhängig davon, wie genau der Zeitpunkt seiner ersten Errichtung bestimmt werden kann.

Einst augustinisch, heute franziskanisch

Die heutige Bezeichnung kann leicht den Eindruck erwecken, dass das Kloster von Anfang an von Franziskanern erbaut wurde, aber die Geschichte ist anders.

Die älteste Gemeinschaft, die mit diesem Ort verbunden ist, waren die Augustiner – Einsiedler des heiligen Augustinus. Ihre Präsenz ist auch mit der alten Kirche St. Georg verbunden, die sich unmittelbar neben dem Kloster befand.

Laut lokaler historischer Tradition existierte das Augustinerkloster in Sućuraj bereits im 9. Jahrhundert. Für eine so frühe Datierung gibt es nicht den gleichen festen schriftlichen Beweis wie für spätere Zeiträume, weshalb sie am besten als traditionell akzeptierte Geschichte des Standorts verstanden werden sollte.

Was sicher und sichtbar am Gebäude ist, ist die Inschrift zur Renovierung aus dem Jahr 1309.

Heute leben und wirken im Kloster die Franziskaner der Provinz Bosna Srebrena, weshalb die Bezeichnung Franziskanerkloster für die gegenwärtige Funktion des Objekts vollkommen gerechtfertigt ist.

Inschrift aus dem Jahr 1309

Eines der wertvollsten Details befindet sich über den Eingangstüren.

Die lateinische Inschrift besagt, dass:

das Kloster des Ordens der Brüder der Einsiedler des heiligen Augustinus im Jahr 1309 renoviert wurde.

Gerade das Wort „renoviert“ ist besonders wichtig, da es klar zeigt, dass das Gebäude nicht in diesem Jahr entstanden ist, sondern das Kloster bereits zuvor existierte.

Lokale historische Aufzeichnungen geben an, dass es um 1280 von omišer Piraten niedergebrannt wurde und dass die Renovierung 1309 abgeschlossen wurde.

Für den Besucher ist diese kleine Steininformation vielleicht das wichtigste Detail des gesamten Objekts – es ist einer der wenigen Orte in Sućuraj, an dem die mittelalterliche Geschichte buchstäblich am Gebäude abgelesen werden kann.

Kloster und alte Kirche St. Georg

Die Geschichte des Klosters ist eng mit St. Georg, dem Schutzpatron von Sućuraj, verbunden.

Im Innenhof der heutigen Pfarrkirche sind noch die Fundamente der älteren Kirche St. Georg sichtbar. Im 13. Jahrhundert errichteten die Augustiner an der Stelle einer noch älteren Kapelle eine neue Kirche, die St. Georg geweiht war und die ausdrücklich im Hvarer Statut von 1331 erwähnt wird.

Gerade aus der alten Form entwickelte sich der heutige Name Sućuraj.

Die alte Kirche wurde aufgrund von Baufälligkeit Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen, als direkt neben ihr die heutige Pfarrkirche St. Georg aus dem Jahr 1897 erbaut wurde.

Deshalb macht es Sinn, das Kloster, die Fundamente der alten Kirche und die heutige Kirche St. Georg als ein historisches Ensemble zu betrachten.

Römisches Mosaik am Standort des Klosters gefunden

Der interessanteste Beweis dafür, dass dieses Gebiet lange vor dem Mittelalter wichtig war, wird im Schatz der Pfarrkanzlei aufbewahrt.

Am Standort des heutigen Klosters wurde ein größerer Fragment eines römischen weißen Mosaiks gefunden, das heute im Kloster- bzw. Pfarrschatz aufbewahrt wird.

Dieser Fund zeigt, dass der Raum bereits in der Antike genutzt wurde, lange bevor das Augustinerkloster und die mittelalterliche Kirche entstanden.

Das passt gut in das breitere archäologische Bild von Sućuraj, wo römische Überreste, Amphoren aus Schiffswracks und Spuren älterer Siedlungen an mehreren Standorten gefunden wurden.

Pfarrarchiv

Das Kloster ist nicht nur ein historisches Gebäude, sondern auch ein aktives kirchliches Objekt.

In ihm befindet sich das Pfarrbüro mit wichtigen Archivmaterialien, was dem Kloster zusätzlichen Wert für das Studium der Geschichte von Sućuraj und der umliegenden Siedlungen verleiht.

Solche Archive bewahren oft Personenstandsregister, Aufzeichnungen über die Pfarrei, Familien, kirchliche Ereignisse und andere lokale Geschehnisse, die in gewöhnlichen touristischen Quellen nicht zu finden sind.

Das Archiv ist natürlich keine touristische Ausstellung, die für eine freie Besichtigung geöffnet ist, sondern ein Arbeitsbereich des Klosters und des Pfarrbüros.

Franziskaner von Bosna Srebrena

Heute wirken im Kloster die Franziskaner der Franziskanerprovinz Bosna Srebrena.

Von Sućuraj aus übernehmen sie pastorale Aufgaben für die Pfarreien Sućuraj, Bogomolje und Gdinj, also für einen großen Teil des östlichen Hvar.

Dies ist eine interessante Fortsetzung der langen Ordensgeschichte dieses Ortes. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Ordensgemeinschaften verändert, aber das Kloster ist kein verlassener Denkmal geworden – es hat immer noch eine tatsächliche Funktion im Leben der lokalen Gemeinschaft.

Renovierung im Jahr 1994

Das Kloster wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals zerstört, umgebaut und renoviert.

Die letzte große Rekonstruktion fand 1994 statt, als das Objekt gründlich für die weitere Nutzung hergerichtet wurde.

Aufgrund zahlreicher Renovierungen sollte das heutige Aussehen nicht als vollständig erhaltenes Gebäude aus einer historischen Periode gelesen werden. Der Wert des Klosters liegt gerade im Kontinuum – derselbe Raum wurde über Jahrhunderte genutzt und hat sich im Laufe der Zeit verschiedenen Gemeinschaften und Bedürfnissen angepasst.

Das älteste gut erhaltene Bauwerk in Sućuraj

Die Gemeinde Sućuraj führt das Kloster als das älteste gut erhaltene Bauwerk des Ortes.

Das unterscheidet es von zahlreichen anderen historischen Stätten in Sućuraj, die nur als Fundamente oder Ruinen erhalten geblieben sind.

Die Fortica wurde 1944 stark beschädigt, die alte Kirche St. Georg wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen, und der Bischofspalast ist ebenfalls während des Zweiten Weltkriegs verschwunden. Das Kloster ist, trotz zahlreicher Zerstörungen und Renovierungen, in Funktion geblieben.

Deshalb ist es einer der besten Orte, um zu verstehen, wie tief die Geschichte von Sućuraj tatsächlich reicht.

Kann das Kloster besichtigt werden?

Der Franziskanerkloster ist kein klassisches Museum.

In ihm leben Franziskaner, es gibt ein Pfarrbüro und das Objekt wird täglich genutzt. Daher sollte man nicht mit freiem Zugang zu allen Räumen, dem Archiv oder dem Schatz rechnen.

Das Kloster lässt sich am besten von außen zusammen mit der Kirche St. Georg und den Überresten der alten Kirche im Innenhof besichtigen. Wenn der Zugang zu bestimmten Räumen oder eine organisierte Führung möglich ist, sollten die aktuellen Anweisungen der Pfarrei und die Privatsphäre der Ordensgemeinschaft respektiert werden.

Für den touristischen Besuch sind der historische Komplex selbst, der Eingang mit der Inschrift aus 1309 und die unmittelbare Verbindung zur alten und heutigen Kirche St. Georg am wichtigsten.

Lage im alten Sućuraj

Das Kloster befindet sich im historischen Teil von Sućuraj, direkt neben der Pfarrkirche St. Georg.

Von der Uferpromenade und dem Zentrum des Ortes ist es in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Ein Auto ist nicht notwendig, und es ist tatsächlich viel angenehmer, das gesamte alte Sućuraj zu Fuß zu erkunden.

In einem kurzen Spaziergang können folgende Punkte verbunden werden:

Franjevački Samostan
Kirche St. Georg
Überreste der alten Kirche St. Georg
Fortica
Kirche St. Ante
alte Altstadt und Uferpromenade

So versteht man die Entwicklung des Ortes viel besser, als wenn man jedes Gebäude einzeln besichtigt.

Parken

Das Kloster verfügt über keinen touristischen Parkplatz direkt am Eingang.

Wenn man mit dem Auto nach Sućuraj kommt, ist es am besten, es auf einem verfügbaren öffentlichen Parkplatz im weiteren Bereich des Zentrums abzustellen und dann zu Fuß weiterzugehen.

Die Altstadt ist klein, und die Straßen rund um das Kloster sind kein Ort, an dem es sinnvoll ist, mit dem Auto nach einem Platz nur wenige Meter von der Sehenswürdigkeit zu suchen.

Nützliche Informationen

Standort: alter Teil von Sućuraj, neben der Pfarrkirche St. Georg

Heutiger Name: Franziskanerkloster

Historischer Name: Augustinerkloster / Kloster der Einsiedler des heiligen Augustinus

Anfänge: laut lokaler Tradition wahrscheinlich 9. Jahrhundert

Ältester fester Hinweis am Gebäude: Inschrift zur Renovierung aus dem Jahr 1309

Ordensgemeinschaft heute: Franziskaner der Provinz Bosna Srebrena

Pfarreien, die sie betreuen: Sućuraj, Bogomolje und Gdinj

Letzte große Renovierung: 1994

Besonderheiten: lateinische Inschrift aus 1309, Pfarrarchiv und Fragment eines römischen weißen Mosaiks

Status: aktives Kloster und Pfarrbüro

Freier touristischer Zugang zum Inneren: kein standardmäßiges Museum

Zugang: zu Fuß aus dem Zentrum von Sućuraj

Parken: öffentliche Plätze im weiteren Bereich des Zentrums